Bruno
Wenn eine große, dunkle Wolke über den Himmel zieht, dann sagen manche Menschen: “Das ist aber ein Bruno”. Sie meinen damit, dass die Wolke sehr groß und und dunkel ist. Dann regnet es meist kurz danach. Davon wusste unser Bruno natürlich nichts. Er konnte die Menschen nicht verstehen und traf auch sehr selten welche. Bruno lebte sehr versteckt mit vielen anderen Tieren zusammen im Wald. Und vor allem war er wirklich klein. Kleiner als ein Elefant. Auch kleiner als ein Nilpferd. Und kleiner als ein Hund. Sogar kleiner als ein Vogel. Alle diese Tiere konnten Bruno wirklich gefährlich werden: sie konnten sich einfach auf ihn draufstellen und würden das nicht einmal merken. Bruno wusste das. Bruno hatte sogar davon gehört, dass eine Cousine aus Versehen von einem Bären eingeatmet wurde. Der Bär hatte das nicht einmal bemerkt. Die Cousine hatten sie leider nicht wieder gesehen.
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Abends nach der Arbeit erzählte manchmal eines der anderen Tiere von den Menschen und wie sie in der Stadt leben.
“Dort ist es sehr gefährlich. Ihr dürft nicht dort hingehen”, sagte dann ein sehr altes Tier. Alle glaubten ihm.
“Aber warum ist es dort gefährlich?”, fragte Bruno. Er schaute ängstlich. Eigentlich durfte er keine Fragen stellen. Aber er stellte es sich sehr aufregend bei den Menschen vor. Manchmal kamen im Herbst ein paar von ihnen in den Wald und gingen spazieren oder suchten Pilze.
“Frag nicht! Halte dich einfach von ihnen fern”, warnte das alte Tier ihn. Es sah sehr böse aus und Bruno entschuldigte sich.
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Das hatte Bruno sich fast gedacht. Solche Fragen durfte man in seiner Kolonie einfach nicht stellen. Er fand das sehr schade. Aber so war das eben.
Dann war es Zeit zu schlafen und Bruno folgte den anderen auf ihren großen Haufen. Dort schliefen sie immer. Und wenn die Sonne wieder aufging, dann standen sie alle wieder auf und arbeiteten weiter. Bei Bruno im Haufen gab es fast nur Mädchen. Die mussten sehr schwer arbeiten, jeden Tag. Bruno hatte Flügel und musste deshalb immer Erkundungsflüge unternehmen. Das war auch anstrengend. Aber nicht so schlimm, wie der Dienst auf dem Waldboden. Die Mädchen mussten die riesigen Blätter und kleine Tiere zum Haufen schleppen. Jeden Tag, von morgens bis abends.
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Es gab sehr viele Tiere in Brunos Haufen. Über fünftausend. Das sind natürlich ziemlich viele. Aber es gibt sogar noch größere Haufen mit noch mehr Tieren. Ein altes Tier hatte Bruno und einigen anderen davon erzählt.
“Es gibt Kolonien mit zwanzig Millionen Tieren. Stellt euch das mal vor”, hatte das Tier gesagt.
Und alle Zuhörer hatten “Oh” und “Wow” geantwortet. Weil es so viele Tiere in einer Kolonie gibt, bekommt auch keiner einen Namen. Das fand Bruno so schade, dass er sich selber einen Namen gegeben hatte: Bruno. Er fand den Namen wunderbar und hatte ihn bei den Menschen gehört. Alle anderen Tiere lachten, wenn er sagte, dass er einen Namen hatte. Aber Bruno war sehr zufrieden.
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Am nächsten Morgen schien strahlend die Sonne und es roch nach Erde und Tannenbäumen im Wald. Kaum hatte Bruno einige Stückchen von einer Waldbeere gefressen, wurde er auch schon auf den nächsten Erkundungsflug geschickt. Er hatte noch gar nicht aufgefressen.
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Aber es half nichts: Bruno flog los, immer höher und konnte bald darauf den Waldweg unter sich sehen. Er sah den Förster, der im Wald für Ordnung sorgte. Und plötzlich hatte Bruno eine Idee. Eine grandiose Idee, wie er fand. Er flog auf den Förster zu. Der Förster würde ihm nichts tun, denn er schützte die Tiere im Wald. Auf dem Kopf hatte der Förster einen Hut mit einem Pinsel daran. Was das sollte, wusste Bruno auch nicht. Er nahm Platz und beobachtete die Welt von hier oben. Bruno sah die Bäume, einen Schmetterling und den Himmel. So gut konnte Bruno nicht sehen, sonst hätte er bemerkt, dass sich in seinem Haufen große Aufregung breit gemacht hatte. Man hatte bereits gemerkt, dass Bruno von seinem Erkundungsflug nicht zurück gekehrt war. Also wollte man nun einen Suchtrupp losschicken.
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Davon bekam Bruno jedoch nichts mit. Er saß auf dem Hut und freute sich über seine tolle Idee: der Förster würde ihn auf seinem Hut einfach mit ihn die Stadt nehmen. Bis es soweit war, dauerte es viele Stunden. Bruno war so langweilig. Der Förster lief und lief durch den Wald und wollte einfach nicht wieder in die Stadt gehen. Bruno war schon kurz davor aufzugeben. Doch dann ging der Förster auf ein seltsames Gefährt zu. Bruno konnte nicht erkennen, was es war. Doch der Förster klappte einen Teil davon auf und setzte sich hinein. Es roch ein wenig muffig und Bruno fühlte sich sehr unwohl. War das jetzt schon die große Stadt?
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Plötzlich war es sehr laut und der Wald flog an Bruno vorbei. Dann war der Wald weg und Bruno wunderte sich sehr. Er sah so viele neue Dinge: er wusste gar nicht, was das alles war. Es dauerte nur ein paar Minuten, die Bruno sehr lang vor kamen, dann war die Reise beendet. Der Förster klappte wieder das Gefährt auf, stieg aus und ging auf einen großen Klotz zu. Daran waren ein paar Haken angebracht, an die der Förster seine Jacke und seinen Hut hängte.
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Bruno staunte. War das die Stadt? Er sah den großen Klotz, mit vielen Gucklöchern und einem Weg drum herum. Dann sah er noch drei Menschen, einen großen und zwei kleinere. Sie waren auf der Wiese und sprachen mit dem Förster. Bruno verstand natürlich gar nichts. Plötzlich fiel der Hut herunter und Bruno landete auf dem Gras. Direkt vor Bruno lag eine tote Biene. Die mochte Bruno gerne fressen. Sonst musste er immer teilen. Aber heute gehörte ihm diese Biene ganz alleine. Er fraß und fraß und konnte gar nicht wieder aufhören. Bruno knabberte sogar an den Flügeln. Als er satt war, überlegte Bruno, was er nun tun sollte. Was das die Stadt? Und gab es hier gar keine Tiere, die in Kolonien lebten? Was sollte er nur so alleine machen?
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Bruno beschloss, sich ein wenig umzusehen und marschierte mutig los. Er kam jedoch nicht weit. Er war sehr müde und beschloss, erstmal zu schlafen. Es wurde ohnehin schon langsam dunkel. Alleine hatte Bruno natürlich noch nie geschlafen. Aber er streckte mutig alle sechs braunen Beinchen von sich und schlief sofort ein.
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Am nächsten Morgen waren die Menschen nicht zu sehen. Bruno hatte wirklich gute Laune. Ein neuer Tag begann und er konnte machen, was er wollte! Zuerst würde er sich etwas zu fressen suchen und sich dann einen Freund suchen. Jawohl. Bruno, die kleine … freute sich auf ihr neues Leben!
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Was meint ihr, was Bruno für ein Tier ist?


