Carla

Im Zoo ist es schon sehr schön: man bekommt zu Fressen, hat seine Freunde dort und auch ansonsten die besten Bedingungen. Aber das war Carla einfach zu langweilig. Sie wollte gerne wissen, was hinter ihrem Gatter lag, hinter der Tür, durch die der Pfleger das Futter brachte. Carla wollte vor allem wissen, wo die Besucher hin gingen, nachdem sie im Zoo waren. Sie wusste ja, dass es noch andere Tiere hier gab, aber was gab es außerhalb?
Carla war vor einigen Jahren im Zoo zur Welt gekommen und hatte noch nie etwas anderes als ihr Gehege und die nähere Umgebung gesehen. Das ist nicht so viel. Deshalb träumte Carla von einem Ausflug hinter die Mauern des Tierparks. Der Wunsch nach einem Ausflug war so groß, dass Carla die Gäste beobachtete und den Pfleger. So fand sie heraus, wie sie aus dem Gehege kam und wo sie dann entlang laufen konnte. Carla wartete auf eine sternenklare Nacht. Ihr Herz klopfte wie wild. Sie näherte sich vorsichtig der Tür von ihrem Stall, denn sie wollte niemanden wecken. Nun musste Carla den Riegel mit der Nase hoch schieben und ihn dann mit dem Huf auf die andere Seite umschlagen. Dabei durfte sie natürlich keinen Krach machen. Carla hörte ihr Herz so laut schlagen, dass sie sonst keine Geräusche vernahm. Von fern schrie ein Uhu.

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“Hu-huuuu, hu-huuuuhu”, machte es und die Elefanten ein Stück weiter waren auch unruhig. Aber Carla hörte das alles nicht. Das Tor öffnete sich und Carla schlüpfte vorsichtig hindurch. Nun war sie also schon mal auf einem der Wege für die Besucher. Aber wie sollte sie nun noch aus dem Zoo herauskommen? Wohin Carla auch blickte: nur Tiergehege und Tierhäuser. Carla konnte natürlich nicht lesen und somit halfen die Schilder überall ihr nicht weiter.

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Sie schaute links, schaute rechts – und lief dann einfach los. Da waren die Elefanten. Einer pustete durch seinen Rüssel und machte viel Lärm. Die anderen schienen dadurch gestört zu werden. Ein weiterer Elefant antwortete, “trööteletröööt” machte es und dann erklang ein lautes Gestampfe.

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Carla galoppierte schnell weiter. Sie kam an den Giraffen vorbei, die scheinbar gar nicht schlafen wollten. Sie standen dicht beieinander und knabberten Blätter von einer Akazie. Als Carla um die Ecke bog, kam ihr ein Pfleger entgegen. Sie sprang schnell in ein Gebüsch. Hoffentlich hatte er sie nicht gesehen! Carla verhielt sich so still es ging – sie hielt sogar die Luft an. Der Pfleger kam auf das Gebüsch zu, sprach dann in sein Funkgerät und ging dann an dem Strauch vorbei, hinter dem Carla stand. Glück gehabt.

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Also wanderte, oder vielmehr galoppierte, Carla weiter. Links stand ein großes Gebäude mit Stühlen und Tischen davor und Carla vermutete, dass die Menschen hier aßen. Rechts war ein Gehege, in dem niemand zusehen war. Die Tiere hier waren sicher eingesperrt. Dann ging es vorbei am Aquarium. Dabei konnte Carla sich beim besten Willen nicht vorstellen, was das für komische Tiere waren, die hier in einem riesigen “Wasserhaus” wohnten. Hier teilte sich der Weg. Da auf dem Linken ein Mensch ging, entschied Carla sich für den Anderen. So sah sie noch die Vogelhäuser und sah sich Geier, Papageien, Adler und noch viel mehr an. Sie ging inzwischen langsamer, weil sie schon ganz begeistert war, wie viele Tiere hier lebten. Die hatte sie ja alle noch gar nicht gesehen! Jetzt verstand Carla auch, weshalb die Menschen in den Zoo gingen. Es gab ja so unglaublich viele andere Tiere hier. Und so viele aufregende Geräusche, sogar in der Nacht. Mal trötete ein Elefant, dann zerriss ein Löwenschrei die Luft. Jetzt kam Carla an einem Gehege mit viel Wasser, aber auch Sand und Schilf vorbei. Ein Nilpferd lag darin und pustete Luft durch seine Nasenlöcher. Carla blickte durch die Scheibe und bestaunte das riesige Tier, dessen Beine im Wasser verschwunden waren.

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“Ob er wohl alleine hier lebt?”, fragte Carla sich. Sie hatte ja ihre Herde hier im Zoo. Da war immer jemand zum spielen und toben. Aber so ganz alleine – nein, das würde ihr nicht gefallen. Gleich neben dem Nilpferdgehege war das Pinguinhaus. Solche Tiere hatte Carla auch noch nie gesehen. Sie waren schwarz und weiß, so wie sie selber. Aber so klein und niedlich. Sie schienen doch tatsächlich im Stehen zu schlafen und hatten irgendwie gar keine richtigen Beine!

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Die Stille wurde durch ein lautes Quaken gestört und Carla blickte sich ängstlich um. Was war das wohl gewesen? An ihrem Huf saß ein Frosch. Er war klein, grün mit braun und schaute sie gar nicht weiter an. Scheinbar dachte er, Carla würde ihm im Weg stehen. Deshalb hatte er wohl auch dieses “quaaaaak” Geräusch gemacht. Carla musste ein wenig lachen und ging zum nächsten Tierhaus. Da waren die Löwen. Die kannte Carla von ihrem Gebrüll und den Erzählungen der Schwestern. Es war ein ganzes Rudel und sie schliefen zusammen auf einem Felsvorsprung. Sie mussten scheinbar nicht ins Haus.

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Carla schlich am Zaun vorbei, so leise sie konnte. Denn sie wollte natürlich nicht, dass der Löwe brüllte, wenn er sie entdeckte. Dann würde vielleicht ein Wärter oder Pfleger kommen und dann würde sie wohl wieder in ihr Haus müssen. Kaum hatte Carla die Löwen hinter sich gelassen, kam sie an einen großen Felsen, der von Zaun umgeben war. Auf dem Felsen lagen ganz viele Tiere. Sie waren braun und hatten ein helles Gesicht. Vorsichtig schaute sie über den Rand des Zauns. Ein seltsamer Geruch stieg Carla in die Nase und sie musste niesen. Sie hatte gerade laut “Haatschiiie” gemacht, als die Tier aufwachten und ein wildes Gezeter anstimmten.

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“Oh-oh-ochaaa-aaah”, machten sie. Es waren die Affen im Zoo, die Carla da geweckt hatte und nun ein wahrhaftiges Affentheater veranstalteten. Plötzlich waren alle wach und turnten durcheinander und machten einen unbändigen Lärm. Carla war ganz erschreckt und galoppierte schnell davon. So etwas aber auch! Hinter dem Affenhaus war wieder ein großes Gebäude und dann ein großer Zaun. Hier also war der Zoo zu Ende. Carlas Herz schlug wieder lauter. Aber wie sollte sie jetzt durch diesen Zaun kommen? Sie war auch schon ganz erschöpft von diesem Abenteuer. Sie legte sich dich an ein Gitter und blickte nach draußen. Da war eine grüne Fläche und dann eine Straße, Wege und seltsame Geräte. Sie fuhren auf den Straßen und blickten sie böse an. Aber Carla war einfach zu müde und schlief ein.

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Sie wurde erst wieder wach, als die ersten Sonnenstrahlen sie schon in der Nase kitzelten. Ein Vogel saß neben ihr und sah sie neugierig an, flog dann aber weg. Fliegen müsste man können, dachte Carla, die nun wieder wusste, wo sie war. Noch hatte sie ja niemand entdeckt. Also blieb sie ganz still sitzen wo sie war und beobachtete, wie alles langsam erwachte. In einiger Entfernung entdeckte Carla dabei ein Tor, durch das die Pfleger herein kamen. Sie stand auf und versteckte sich hinter Büschen und Bäumen, während sie sich dem Tor langsam näherte. Als sie nur noch wenige Meter entfernt war, kamen gerade einige Pfleger auf einmal durch das Tor und ließen es kurz offen für einen weiteren von ihnen.

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Carla holte tief Luft und raste dann los. Sie rammte die Menschen, galoppierte durch das Tor, rannte den anderen Pfleger um – und war in Freiheit. Jetzt noch schnell weiter, damit die Menschen sie nicht gleich wieder einfingen. Carla rannte über eine große Grasfläche. So wunderschön war sie noch nie galoppiert. Immer weiter, kein Zaun im Weg. Die Luft kam ihr viel reiner und klarer vor als im Zoo. Und es schien kein Ende zu geben. Dann lief sie über einen Weg, sah die seltsamen Gefährte wieder und wollte dann über die Straße. Aber man musste sich vor den wilden Monstern in Acht nehmen, auch wenn sie sie jetzt nicht mehr böse anschauten. Dafür machten sie jetzt jede Menge Lärm.

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“Huuuuup, Huuuuup”, machten sie und hörten gar nicht auf. Nur schnell weiter dachte Carla und dann stand sie an der Straße und was sie dann sah, war wirklich unglaublich: quer über die Straße waren weiße Streifen auf den schwarzen Untergrund gemalt.

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“Das sieht ja aus wie ich”, wieherte das kleine … ganz aufgeregt.

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Was meint ihr, was für ein Tier Carla ist?

Hier findet ihr die Lösung

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