Charly
Charly war füchterlich genervt. Er war müde und erschöpft vom Tag und trotzdem hatte er einfach nie seine Ruhe. Um ihn herum tobten seine Enkelkinder, die noch lange nicht müde waren.
“Nun seid doch endlich mal still, das ist ja fürchterlich!” fauchte Charly böse. Er dachte sich, dass er es zu bestimmen hätte. Er war der älteste und somit ging Charly davon aus, dass er auch entscheiden sollte, wann gespielt wurde und wann Ruhe zu herrschen hätte. Und jetzt wollte Charly Ruhe.
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Seine drei Einkelkinder Mala, Zoe und Kiela verzogen sich und spielten wo anders weiter. Ein kleiner Vogel flog tief über das flache Gras und die drei Kleinen versuchten, ihn zu fangen. Sie schienen viel Spass zu haben, aber Charly war einfach nur böse. Er mochte keinen Lärm, der tat ihm in seinen alten Ohren weh. Er mochte auch nicht mehr das helle Licht, das schmerzte ihn in den Augen. Am schlimmsten stand es aber um seine Beine: die wollten eigentlich keinen Schritt mehr laufen. Charly war aber auch sehr alt. Er lebte schon viele Jahre in Afrika und hatte schon viele Sommer, viel Wärme und viel Sonnenschein erlebt. Sein Fell war verpfilzt und seine Mähne sah zerzaust aus. Nur noch selten ging Charly mit den anderen jagen und half bei der Nahrungssuche. Meist ruhte er sich aus und beobachtete sein Rudel. Dazu gehörten viele Tiere, vor allem viele Kleine und Babys. Die waren meist noch zu jung, um jagen zu gehen und blieben deshalb oft bei Charly und ihren Müttern.
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Charly bekam Durst und stand vorsichtig auf. Seine Beine schmerzten, aber er wollte für heute noch einmal kurz zum Wasserloch. Er ging extra langsam und seine drei Enkelkinder kamen auf ihn zugelaufen.
“Charly, wo willst du denn hin?” fragten Mala, Zoe und Kiela und liefen um ihn herum.
“Lasst mich in Ruhe, geht mir aus dem Weg”, schimpfte Charly böse mit ihnen. Traurig blieben die drei sitzen und sahen Charly nach, wie er langsam zum Wasserloch wanderte.
“Warum ist er nur so gemein zu uns?” fragte Kiela.
“Er meint es bestimmt gar nicht böse”, antwortete Mala und Zoe nickte zustimmend. Die drei sahen ihrem alten Opa nach, wie er beim Wasserloch ankam und gierig ein paar Schluck Wasser trank. Charly war froh, dass er seine Ruhe hatte und es schön still war am Wasserloch.
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Doch auf einmal kamen ein paar Hyänen aus dem Gebüsch. Sie hatten sich versteckt und das Wasserloch beobachtet. Nun wollten sie sich zusammen auf Charly stürzen. Er war einfach zu alt, um sich wehren zu können oder gar mit den Hyänen zu kämpfen. Charly sah die Hyänen traurig an und legte sich an das Wasserloch. Mala, Zoe und Kiela sahen aufgeregt zum Wasserloch.
“Was machen die denn da?” fragte Zoe ängstlich. Sie war ganz aufgeregt und ihre Barthaare zitterten.
“Die ärgern Charly! Wir müssen ihm helfen!”, antwortete Mala. Schon lief sie mit Zoe los, doch Kiela hatte Angst. Charly war gemein zu ihnen gewesen. Vielleicht war er auch gemein zu den Hyäne gewesen. Und vielleicht waren sie nur deshalb jetzt gemein zu Charly. Wenn sie jetzt zum Wasserloch gingen, würden die Hyänen vielleicht auch über sie und Zoe und Mala herfallen.
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“Kommst du jetzt endlich?”, brüllte Zoe und dann war sie auch schon weg. Mala und Zoe liefen so schnell sie konnten zum Wasserloch und machten dabei ein extra großes Gebrüll. Doch die Hyänen interessierten sich gar nicht für die Beiden. Kiela nahm also all ihren Mut zusammen und lief ihren beiden Schwestern hinterher zum Wasserloch. Dabei machte sie ebenfalls ein extra lautes Geschrei. Die Hyänen wollten Charly jedoch immer noch nicht in Ruhe lassen. Eine von ihnen sprang auf Charlies Bauch und blieb dort stehen.
“Die lassen sich von uns nicht verjagen”, sagte Zoe zu Kiela.
“Wir müssen so laut brüllen, dass die Erwachsenen uns hören und dann herkommen”, schlug Kiela vor und fing an, so laut es ging zu brüllen und zu fauchen. Mala und Zoe machten mit und ihr Geschrei war bald überall zu hören. Ein älteres Tier hörte die drei und lief schnell zum Wasserloch. Es war ihre Tante, die sogar noch Baral mitgebracht hatte, ihren Bruder. Die beiden stürzten sich auf die Hyänen und stießen ein lautes Brüllen und Fauchen aus. Erst wehrten die Hyänen sich, doch dann ließen sie sich verjagen.
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Bald waren alle weg und Mala, Zoe und Kiela liefen schnell zu Charly.
“Bist du noch böse mit uns? Wir wollten dich nicht ärgern! Haben die Hyänen dir weh getan?” fragte Kiela.
“Nein, mach dir keine Sorgen! Mir geht es gut! Es war sehr mutig von euch, mir helfen zu wollen. Aber es war gut, dass ihr dann Hilfe geholt habt. Allein hättet ihr die Hyänen nicht verjagen können.” Charly sah seine Enkelkinder an und sagte dann noch:
“Ich bin sehr stolz auf euch! Ihr drei werdet mal mutige …, wenn ihr groß seid!” Mala, Zoe und Kiela waren überglücklich, dass es Charly gut ging und gingen mit ihm und ihrer Tante und Baral zurück zu ihrem Rudel, wo es ein leckeres Abendbrot gab.
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Was meint ihr, was Charly für ein Tier ist?


