Felicitas
Felicitas schnupperte: irgendetwas war komisch. Es roch komisch und die Menschen waren heute besonders schnell unterwegs. Der Himmel war verhangen und es sah aus, als ob es bald regnen würde.
Felicitas schaute sich nervös um: irgendetwas lag in der Luft. Es roch auch komisch. Nach Fett und Metall. Obwohl es bestimmt gleich regnen würde, durften Felicitas und ihre Herde nicht in den Stall. Das war wirklich verdächtig: da war etwas im Busch.
Felicitas ging zu Patricia: “Was ist denn hier heute los?”, fragte sie.
Patricia sah sie erstaunt an: “Was soll denn los sein? Ist doch alles ganz normal.”
Genüsslich kaute Patricia weiter auf ihrem Gras herum. Sie streckte sich, bis ihre Knie knackten, wackelte einmal mit dem Kopf und zog dann entspannt weiter.
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“Alles in Ordnung?”, blökte Felicitas laut. Niemals. Patricia hatte ja keine Ahnung!
Felicitas trottete weiter über die Wiese. Irgendjemand würde ihr schon glauben. Am Teich sah sie Bertold stehen. Um den machte Felicitas lieber einen Bogen. Der war sehr schnell schlecht gelaunt und rammte einem dann seinen Kopf in den Bauch. Letzte Woche hatte es plötzlich angefangen zu regnen. Die ganze Herde wollte auf einmal in den Stall. Schließlich wollte keiner nass werden. Auch Felicitas hatte sich beeilt und dabei Bertold angerempelt. Sie hatte sich sofort entschuldigt. Aber Bertold war sehr böse geworden, hatte seinen Kopf in Felicitas Bauch gerammt und sie nicht mehr in den Stall gelassen. Mehrere Minuten musste Felicitas vor dem Stall im Regen stehen. Das sollte ihr heute nicht wieder passieren.
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Felicitas ging auf Gudrun zu. Die mochte sie sehr gerne. Zusammen suchten sie immer Kleeblätter mit vier Blättern. Das soll Glück bringen, hatten die Menschen ihnen erzählt. Sie hatten aber nie eins gefunden. Felicitas fragte sich aber auch, was man mit so einem Glücksklee machen sollte: brachte es noch Glück, wenn man es auffraß? Und was sollte Felicitas glücklicher machen, als ein leckeres Kleeblatt?
“Gudrun, findest du auch, dass hier irgendetwas los ist?”
Gudrun sah genauso erstaunt aus wie Patricia.
“Nein, was soll denn los sein? Wollen wir ein Glücksklee suchen gehen?”
Felicitas schüttelte den Kopf: “Aber warum dürfen wir nicht in den Stall? Es regnet bestimmt bald. Und die Menschen sind ganz aufgeregt.”
Gudrun sah sich um: “Du hast recht, da ist etwas komisch”, antwortete sie.
“Und was sollen wir jetzt machen??, fragte Felicitas ganz aufgeregt.
“Wieso? Was sollten wir denn machen? Die Menschen werden schon auf uns aufpassen”, antwortete Gudrun.
“Aber was, wenn die Menschen etwas böses im Schilde führen?”, wollte Felicitas wissen. Sie verlor langsam die Geduld.
Gudrun kaute weiter. Sie sah nicht besonders besorgt aus: “Das ist doch verrückt. Schließlich füttern die Menschen uns immer. Warum sollten sie nun etwas böses planen? Die Menschen sind schließlich unsere Freunde.”
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Felicitas wollte gerade antworten, als plötzlich zwei Hunde auf die Wiese kamen. Sie bellten wie verrückt. Ein Mensch machte das Tor zum Stall auf und die Hunde jagten Felicitas und ihre Herde hinein. Es ging alles ganz schnell. Felicitas konnte nicht so schnell laufen und stürzte über einen Ast auf der Wiese. Sie fiel auf die Seite und die ganze Herde trampelte einfach über sie hinweg. Sie schrie, aber niemand schien sie zu hören. Als alle Tiere voller Panik in den Stall gelaufen waren, kam ein Mensch und stellte Felicitas wieder auf ihre vier Beine. “So, du auch, ab in den Stall bevor es regnet!”, sagte der Mensch und schubste Felicitas. Keine fünf Sekunden später regnete es in Strömen. Felicitas leckte sich die Beine, die ihr ganz schön weh taten. Hinter ihr wurde das Tor zugemacht. Aber das war Felicitas egal: schließlich war sie nun in Sicherheit und sie hatte es noch als Letzte in den Stall geschafft.
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Während Felicitas noch schaute, ob sie auch niemand verletzt hatte, machte sich plötzlich wieder Unruhe in der Herde breit. Einige Tiere fingen an zu blöken und schienen vor etwas weglaufen zu wollen. Plötzlich wurde Felicitas zwischen den anderen Tieren und dem Tor vom Stall eingeklemmt. Sie blökte auf, ihr Rücken tat weh. Doch dann entspannte die Situation sich. Fünf Tiere wurden in eine Abzeunung gejagt und Felicitas hatte wieder etwas mehr Platz und konnte tief durchatmen. Sie sah Gudrun.
“Was ist denn nun los? Ich hatte Recht. Irgendetwas stimmt nicht”, sagte Felicitas zu ihr.
“Wir werden geschoren?, antwortete Gudrun.
“Was?” Bei Felicitas machte sich schon wieder Panik breit. Sie hatte Angst vor dem Scheren.
“Ach Felicitas, was ist denn nun schon wieder?”, erkundigte Gudrun sich.
“Ja, hast du denn keine Angst, dass die Menschen dir weh tun?”, blökte Felicitas ängstlich.
“Ach was, da passiert doch nichts!” Gudrun musste ein bisschen über Felicitas Angst lachen.
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Felicitas musste fast eine ganze Stunde warten, bis sie mit dem scheren dran war und hatte fürchterlich Angst. Als es dann soweit war, war es gar nicht schlimm. Es dauerte nur ein paar Minuten. Dann war die ganze Wolle, die ihr im letzten Herbst gewachsen war, weg. Sie war genauso schlank wie die anderen Tiere auch. Felicitas war ein sehr stolzes kleines …, das seine erste Schur sehr gut überstanden hatte.
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Was meint ihr, was Felicitas für ein Tier ist?


