Franz und Fruppi
“Nun mach mal etwas schneller!” Franz schrie über die Felsen. Fruppi war ihm einfach zu langsam. Immer musste er auf seinen kleineren Bruder warten. Ihre Mutter wollte immer, dass sie beieinander waren.
“Es lauern viele Gefahren im Meer!” sagte sie dann.
“Ihr müsst gut aufeinander aufpassen!” Dann sah ihre Mutter sie beide streng an, stemmte die Flügel in die Hüfte und hielt ihren Vortrag. Den von den Seelöwen und Seeelefanten. Den hatten Franz und Fruppi schon so viele Male gehört. Im Allgemeinen ließen sie ihre Mutter reden und machten sich dann lachend auf den Weg.
“Seid recht vorsichtig!”, konnten sie noch hören, dann verschwanden sie hinter einer Schneewehe. Sie waren zur Zeit noch viel an Land und wollten jetzt aufs Meer hinaus, auch wenn dort viele Gefahren lauerten. Ihre Mutter hatte sie auf dem Land zwar ausgebrütet, aber wenn sie alt genug wären, würden sie ohnehin fast nur im Wasser leben.
“Dass du immer so trödeln musst!” Franz sah sich empört nach Fruppi um, der einem Wasservogel hinterher sah.
“Wie schade, dass wir nicht fliegen können”, sagte Fruppi zu Franz.
“Was du immer für Gedanken hast”, antwortete Franz. Er war es schon gewohnt, dass Fruppi sich solche Sachen ausdachte. Erst neulich wollte er in einem Baum leben. Dabei gab es auf den Falklandinseln kaum Bäume oder Büsche. Und erst recht nicht im Winter. Aber Fruppi meinte, dass es auf einem Baum viel sicherer zum Brüten wäre.
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“Ich komme ja schon, dass du aber auch immer so rennen musst”, antwortete Fruppi seinem älteren Bruder. Franz war viel unternehmungslustiger als er selber. Er mochte in der Kolonie mit den anderen Kindern spielen und den Großen beim Reden zuhören. In ihrer Kolonie waren diesen Winter viele tausende Artgenossen zur Welt gekommen. Oder vielmehr hatten die Mütter so viele Eier gelegt und die Väter hatten sie ausgebrütet. Fruppi konnte gar nicht zählen, wie viele das dann insgesamt waren. Der Grund, warum Franz und Fruppi heute die Kolonie verließen, war Franz’ Lieblingsbeschäftigung: sie sprangen von einer Eisscholle zur anderen, die sich jetzt so langsam von der Küste ablösten. Es trieben viele große und kleine dieser Schollen auf dem offenen Meer und man musste schnell und wendig sein. Trotzdem war es sehr gefährlich und ihre Mutter hatte es ihnen ausdrücklich verboten.
Sie hatte gesagt, “das ist genauso gefährlich wie die Seelöwen und Seeelefanten! Wenn ihr mit einer Scholle weg treibt, finde ich euch nie wieder!”
Damit hatte sie vermutlich recht. Aber Franz konnte trotzdem nicht genug von diesem Abenteuer bekommen und nahm zur Verstärkung Fruppi mit. Es war herrliches Wetter und ein paar Wellen auf dem Meer. Franz war begeistert und lief immer schneller. Fruppi folgte ihm so schnell es ging und erreichte kurz nach Franz den kratzigen Küstenstreifen. Sie blickten aufs Meer und entdeckten einen Falken und einen Albatros.
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Die Albatrosse konnten zwar fliegen, aber dafür sehr schlecht landen. Franz und Fruppi blickten den beiden hinterher und sprangen dann auf die erste Eisscholle. Eine kräftige Welle ergriff sie und nahm beide mit aufs Meer. Dort hüpften sie auf eine größere Eisplatte, die trieben langsamer. Dann hatte man mehr Zeit, sich das nächste Ziel auszusuchen.
“Wow, ist das windig heute!”, schrie Fruppi gegen den Wind, doch sein Bruder konnte ihn gar nicht mehr hören. Der Sturm heulte in Franz’ Ohren und er sprang schon auf die nächste Scholle. Fruppi bekam es mit der Angst zu tun, weil er nun alleine war. Franz hüpfte immer weiter und er selber trieb immer mehr auf das Meer hinaus.
“Franz, komm zurück, ich will nach Hause!”, brüllte Fruppi, doch von Franz kam keine Antwort. Fruppi war jetzt wirklich sehr besorgt. Wenn sein Fell nicht weiß gewesen wäre im Gesicht, wäre es jetzt wirklich bleich geworden – vor lauter Angst. Er suchte mit den Augen das Ufer und erspähte es schließlich viele Meter entfernt. Die Wellen trieben ihn immer weiter aufs Meer hinaus. Selbst Franz sprang jetzt näher ans Ufer heran. Er winkte mit den Flügeln, aber Franz reagierte nicht. Er sah ihn gar nicht. Schließlich nahm Fruppi allen Mut zusammen und sprang auf eine vorbei schwimmende Eisscholle. Diese wurde jedoch immer schneller und schneller. Fruppi hätte einfach ins Meer springen können, schwimmen konnte er natürlich. Aber so weit vom Ufer entfernt war das viel zu gefährlich. Ein Seelöwe oder so könnte ihn fangen und würde ihn dann wohl auch fressen.
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Fruppi atmete tief ein, schloss kurz die Augen und dann ging es los: er sprang von einer Scholle zur nächsten. Er musste sich beeilen, weil sie schnell an ihm vorbei trieben. Noch eine und noch eine. Er war schnell aus der Puste und musste husten. Aber er kämpfte sich weiter. Immer weiter und weiter, dichter und dichter ans Ufer heran. Inzwischen sah er auch Franz wieder näher. Er winkte und Franz winkte zurück. Auch er sah sehr besorgt aus. Ich komme, dachte Fruppi, und sprang auf die nächste Eisscholle und immer so fort. Plötzlich hörte der Sturm auf, die Wellen ließen nach und Fruppi war in Sicherheit. Er war jetzt so nah am Ufer, dass die Felsvorsprünge ihn schützten und den Wind abhielten. Fruppi war so erleichtert! Er hatte schon um sein Leben gefürchtet. Vor lauter Glück liefen Fruppi ein paar kleine Tränen über das Fell, die er schnell wegwischte.
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Franz winkte ihm und hüpfte über ein paar Schollen zu Fruppi.
“Das war vielleicht ein Abenteuer, meine Güte!”, brüllte Franz. Er war auch ganz aufgeregt und erzählte, was er alles erlebt hatte. Wie es bei Fruppi war, fragte er gar nicht erst. Aber Fruppi wusste es auch so: er hatte spannendes erlebt, er würde heute Nacht sehr gut schlafen und dann von den Naturgewalten träumen. Die Gewalten der Natur waren noch viel stärker, als er immer gedacht hatte. Aber er war ja auch nur ein kleiner ….
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Was meint ihr, was für Tiere Franz und Fruppi sind?


