Ingeborg und Friedrich
Aufgeregt flatterte Ingeborg mit ihren Flügeln.
“Friedrich, wo steckst du denn schon wieder?” gackerte sie laut und hüpfte durch den Stall.
Hier war er nirgendwo. Vielleicht war er draußen. Ingeborg hüpfte über die kleine Holzleiter ins Freie und schaute über die Wiese. Hier war Friedrich auch nicht. Das war wirklich seltsam. Eigentlich waren Ingeborg und Friedrich immer hier. Hier war ihr Zuhause: sie hatten einen Stall mit einigen anderen Tieren und ein große Wiese zum Laufen und Toben. Friedrich war nicht der einzige Mann im Stall, aber er war Ingeborgs große Liebe. Auf der Stange im Stall saßen sie immer neben einander zum Schlafen. Und sie pickten immer zusammen die Körner im Hof. Manchmal schenkten sie sich gegenseitig die Würmer, die sie fanden. Das war Liebe!
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“Habt ihr Friedrich gesehen? Er muss doch irgendwo sein!” Aufgeregt flatterte Ingeborg mit den Flügeln und schaute ihre Mitbewohner genau an. Hatten die womöglich ein Geheimnis vor ihr? Vielleicht wussten die wo Friedrich war, aber sie sagten es ihr einfach nicht!
“Ihr habt Friedrich wirklich nicht gesehen?” fragte Ingeborg noch einmal.
Die anderen Tiere interessierten sich gar nicht für sie. Sie pickten einfach die Körner auf der Wiese und gackerten so durcheinander. Ingeborg liebte ihren Friedrich sehr! Er hatte ein braunes Gefieder, eine helle Brust und starke Füsse. Das mochte Ingeborg besonders: Friedrichs starke Füsse. Sie wusste selber nicht warum.
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“Friedrich, wo bist du?” gackerte Ingeborg jetzt über den Hof.
Sie lief immer schneller, rannte fast und schaute hier und schaute dort, ob ihr Friedrich irgendwo steckte. Sie schlug mit den Flügeln und flog tatsächlich ein Stückchen hoch. Das gelang ihr selten. Fliegen war einfach nicht ihr Stärke. Aber kein Friedrich weit und breit. Ihm war ja wohl hoffentlich nichts passiert! Ingeborg lief wie eine Verrückte auf und ab.
“Friedrich, Friedrich! Wo bist du?” Ingeborg war schon ganz verzweifelt.
So ging das den ganzen Tag weiter. Friedrich tauchte einfach nicht auf und Ingeborg regte sich wahnsinnig auf. Den ganzen Tag lief sie wie verrückt über die Wiese, fragten die anderen Tiere ob sie Friedrich gesehen hatten und gackerte so laut sie konnte. Abends war Friedrich immer noch nicht wieder aufgetaucht und Ingeborg war schon ganz heiser. Zwischendurch waren sogar die Kinder der Zweibeiner da gewesen und hatten mit ihr gespielt, aber die Kinder wollten sie einfach nicht verstehen. Immer wieder gackerte Ingeborg von ihrem Friedrich, erzählte von seinem hübschen Kamm auf dem Kopf und seinen starken Füssen. Doch nichts passierte.
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Abends schlief Ingeborg wieder auf ihrem Platz auf der Stange. Aber sie konnte lange nicht einschlafen, weil sie einfach immer an ihren Friedrich denken musste. Schließlich schlief sie ein. Als sie am nächsten Morgen erwachte, hatte niemand zum neuen Tag gekräht. Das tat sonst immer Friedrich. Also war er immer noch nicht wieder da. Ingeborg war noch immer sehr verzweifelt. Und Hunger hatte sie auch keinen mehr. Lustlos trödelte sie über die Wiese und pickte hin und wieder ein Korn. Da war ein Wurm, wie gerne hätte sie den jetzt Friedrich geschenkt. Die Zweibeiner kamen aus dem Haus und schon von Ferne hörte Ingeborg ein vertrautes Geräusch. Aufgeregt lief sie zum Tor des Geheges und gerade kamen die Zweibeiner um die Ecke. Ingeborgs Herz hüpfte: sie hatten Friedrich auf dem Arm! Er war wieder da! Friedrich war wieder da! Ingeborg gackerte und gackerte. Sie führte sich auf wie Betrunken – so sehr freute sie sich. Friedrich gab nur leise Gack-Geräusche zurück.
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“Friedrich, was ist denn passiert? Warum sagst du denn nichts?” fragte Ingeborg nun besorgt.
Die Menschen setzten Friedrich in das Gehege und verschlossen dann wieder das Tor. Sie redeten irgendetwas, was Ingeborg nicht verstehen konnte.
“Friedrich, endlich bist du wieder da! Ich habe mir solche Sorgen gemacht”, gackerte Ingeborg.
Friedrich sah sie müde an und antworte:
“Ich bin gestern morgen vom Stall gefallen. Ich wollte den neuen Tag begrüßen! Ich machte gerade “Kiekerikieee”, als plötzlich ein Stück vom Dach abbrach und ich hinunter fiel. Ich habe noch versucht zu fliegen, aber dann bekam ich eine Holzlatte auf den Kopf und fiel einfach hinunter. Da habe ich mir dann das Bein und den Flügel verletzt. Die Zweibeiner haben mich zu jemadem gebracht, der mich wieder repariert hat.”
“Ich bin so froh dich zu sehen! Tut dir irgendwas weh? Kann ich dir helfen? Oh mein Friedrich!” Ingeborg war sehr aufgeregt und gackerte um ihren Friedrich herum.
“Jetzt geht es mir wieder gut! Mach dir keine Sorgen! Du bist doch mein Lieblings-…!” Was war Ingeborg wieder glücklich.
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Was meint ihr, was für Tiere Ingeborg und Friedrich sind?


