Plong
Plong drehte sich im Kreis. Er konnte sehr schlecht kucken und im Moment sah er einfach nur, dass es sehr hell war. Mehr nicht. Also wollte Plong so schnell es ging wieder zurück ins Dunkel, aber er fand den Weg einfach nicht. Überall wo er lang tapste, war es sehr hart. Er hatte kräftige Grabeschalen, aber er konnte einfach nicht in den harten Untergrund graben. So etwas hatte Plong noch nie erlebt und war jetzt wirklich langsam sehr verzweifelt. Er war perfekt an das Leben unter der Erde angepasst, aber über der Erde war es ihm einfach zu hell! Plong war nur aus der Erde gekommen, weil er heute so wenig Fressen unter der Erde gefunden hatte. So war das jeden Winter. Wenn die Erde gefror, gab es auch wenig zu essen und man musste entweder sehr tief unter der Erde graben oder eben über der Erde suchen. Und genau das hatte Plong vorgehabt. Aber nun saß er auf einem harten Untergrund (die Menschen würden Beton dazu sagen) und fand weder etwas zu Fressen noch den Weg zurück in die Erde.
![]()
Plong drehte sich weiter im Kreis, er war jetzt vollkommen orientierungslos. Wo war er nur? Und wo war die Erde aus der er gekommen war? Wie hatte das nur passieren können? Plong setzte sich ruhig hin und versuchte nachzudenken. Er wusste nicht mehr, aus welcher Richtung er gekommen war. Aber er musste sich dringend irgendwo verstecken. Am Besten ging er zurück in die Erde. Hier im Hellen konnte Plong sehr schlecht gucken und es bestand die Gefahr, dass ein Vogel käme, ihn mit den Krallen griff und dann wegschleppte. Man kann sich ja vorstellen, was der Vogel dann mit ihm machen würde!
![]()
“Ich brauche einen Plan”, dachte Plong.
Irgendwie musste er von diesem harten Untergrund wieder auf die Erde kommen, da würde er sich dann schon wieder zurecht finden. Da Plong nicht mehr wusste, aus welcher Richtung er gekommen war, beschloss er, einfach vorsichtig los zu laufen. Einen Fuß setzte Plong vor den anderen. Eigentlich konnte Plong auch sehr gut riechen, aber hier gab es wirklich gar nichts zu schnuppern. Nicht einmal Gras oder Erde konnte Plong im Moment riechen. Also tapste er langsam weiter, bis ihm plötzlich der Geruch von einem Wurm in die Nase stieg. Schnell lief Plong zum Geruch, doch der Wurm war ein toter Regenwurm, der auf dem seltsamen Untergrund vertrocknet war. Wie schrecklich.
![]()
Plong mochte nur lebendige Tiere fressen und so wie der Wurm wollte er ganz sicher nicht enden. Schnell lief er weiter. Plötzlich ging es irgendwie bergauf. Vorsichtig tastete Plong sich weiter vor und versuchte zu erschnüffeln, wo er hier war. Und dann plumpste Plong auf einmal in ein Loch. Aber das Loch war aus dem gleichen Material wie der andere Boden auch schon. Also konnte Plong sich von hier nicht ausgraben. Er musste irgendwie aus dem Loch wieder heraus kommen! Aber so sehr er auch kratzte und mit dem Vorderfüssen zu graben versuchte, es gab einfach kein Entrinnen. Plong wurde sehr traurig. Wer sollte ihn jetzt noch retten? Plötzlich hörte Plong seltsame Geräusche, die er vorher noch nie gehört hatte. Sie kamen auf ihn zu und er hatte jetzt wirklich Angst.
![]()
Die eine Stimme sagte: “Das ist ja eine schwierige Bahn, ob ich das schaffe?” Doch Plong verstand natürlich kein Wort. Er wartete. Es gab ein weiteres Geräusch, dann wieherten oder quietschten die anderen Lebewesen irgendwie und dann kam ein Schatten auf ihn zu. Die Frau stellte sich neben die Bahn und schob mit ihrem Schläger den Ball in das Loch.
![]()
Sie hüpfte vor Freude und rief: “Ich bin die Minigolf-Königin!”
Plong verstand natürlich immer noch nichts, aber irgendetwas hartes war auf ihn drauf gefallen. Er versuchte es wegzuschieben, als ein weiterer Schatten sich näherte. Die Frau wollte gerade den Ball aus dem Loch nehmen, als sie Plong entdeckte.
“Oh nein, was ist das denn? Oh je, hoffentlich habe ich dem Kleinen nicht weh getan!” rief sie erstaunt und weitere Schatten kamen auf Plong zu.
“Warte, die können beißen. Wir nehmen meine Mütze und setzen den Kleinen da hinein. Wer weiß, wie lange er da schon sitzt!” Auf Plong kam etwas sehr dunkles zu, dann schnappte das Dunkle ihn und dann bewegte er sich in dem Dunkel weg – ohne das er Laufen musste.
![]()
“Wir setzen ihn hier auf den Rasen, dann kann er sich wieder einbuddeln”, sagte eine Stimme.
Plong plumste aus dem Dunkel wieder hinaus und schnupperte: Gras, Erde, er war wieder frei! Plong konnte es gar nicht glauben. Als er sich gerade eingraben wollte, schlich ihm ein Wurm vor den kleinen Rüssel und gierig fraß er den Armen auf. Plong war so hungrig! Schnell grub er sich in die Erde und schwor sich, in Zukunft vorsichtiger zu sein! Nie wieder würde er einfach auf harten Untergrund gehen, wer weiß ob er von dort jemals wieder hinunter finden würde! Plong konnte gar nicht daran denken, wer ihn da gerettet hatte, aber er war ein so glücklicher kleiner … – er war einfach froh wieder in der Erde zu sein!
![]()
Was meint ihr, was Plong für ein Tier ist?


