Schröti
Schröti nahm Anlauf und rannte so schnell er konnte. Die Kante kam langsam näher, Schrötis Herz schlug wie verrückt. Dieses Mal musste es einfach klappen! Nur noch drei Meter, zwei Meter, ein Meter und dann – fiel Schröti plump vom Dachboden. Er landete auf dem Rücken und schrammte sich sein Ohr auf.
“Aua, mein Ohr!”, grunzte Schröti.
“Ich verstehe einfach nicht, warum es nicht klappt”, murmelte er. Schröti rappelte sich auf und ging um den Misthaufen herum. Hoffentlich hatte ihn niemand gesehen!
“Wolltest du wieder fliegen? Das wird nie klappen!”, gackerte der Hahn über den Hof.
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“Schröti will fliegen, Schröti will fliegen!” gackerte er weiter.
Es hatte ihn also doch jemand gesehen…
Schröti lief weiter um das Haus herum. Er konnte es einfach nicht glauben. Er wollte ja gar nicht weit fliegen, aber bisher fiel er immer einfach nur runter. Deshalb startete Schröti seine Flugversuche auch von der Scheune aus, dann landete er immer im weichen Misthaufen. Der Gestank dort störte ihn nicht weiter, denn in seinem Stall roch es in etwa genauso. Und Schröti liebte es, im Dreck zu wühlen und in Schlamm zu baden.
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Schröti ging vorne in die Scheune hinein und schaute sich vorsichtig um. Er sah niemanden und ging so leise er konnte auf die Rampe zu. Die stand hier extra, damit man mit einer Schubkarre auch in den ersten Stock gehen konnte. Schnell lief Schröti die Rampe hinauf. Unter seinen Füßen klebte sehr viel Schmutz vom Misthaufen, deshalb rutschte er immer wieder herunter. Aber schließlich schaffte er es. Zufrieden grunzte Schröti einmal auf und ging dann weiter zu der kleinen Treppe. Über diese Treppe kam man zu der Öffnung, durch die Schröti immer heraus sprang. Zum Glück waren es nur wenige Stufen, den Treppenlaufen ist natürlich nicht so Schrötis Stärke. In luftiger Höhe steckte er seine Schnauze durch die Öffnung. Er konnte von hier oben weit schauen. Er sah das Haus von seinem Bauern und seiner Frau, den Garten für die Kinder und den Traktor. Der machte so einen Lärm, das ärgerte Schröti immer. Aber das konnte er seinem Bauern natürlich nicht sagen.
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Direkt unterhalb sah Schröti den Misthaufen. Also nahm er allen Mut zusammen, holte tief Luft – sein Herz pochte schon wieder – und sprang. Im Fall zappelte er mit seinen kurzen Beinen, dann landete er schon wieder im Misthaufen. Auf einmal spürte er einen stechenden Schmerz. Laut grunzte Schröti auf. Was war nur passiert? Vorsichtig bewegte Schröti sich, doch der Schmerz ließ nicht nach. Dabei war der Misthaufen immer extra weich gewesen, deshalb war Schröti auch immer weich gelandet. Aber nun.
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Schröti wollte auf gar keinen Fall, dass man ihn hier fand. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als die Zähne zusammen zu beißen.
“Auauaaaah”, stöhnte Schröti und dreht sich langsam wieder auf den Bauch. Er robbte sich durch den Misthaufen und schon hatte er wieder Erde unter den Hufen. Langsam setzte er einen Fuß vor den anderen. Bei jeder Bewegung durchzuckte ihn ein entsetzlicher Schmerz und Blut tropfte von seinem Rücken. So hinterließ Schröti eine kleine Blutspur auf dem Weg zu seinem Stall. Unterwegs begegnete ihm wieder der Hahn.
“Was hat du denn gemacht? Oh Gott, oh Gott, oh Gott!”, gackerte er. Von dem Lärm wurde auch die Bäuerin angelockt.
“Was ist denn hier los?”, fragte sie und stemmte die Hände in die Hüfte.
“Schröti, was hast du denn gemacht? Du blutest ja!”, rief sie erschreckt und rief nach ihrem Mann.
“Helmut, kommst du mal? Schröti hat wieder versucht zu fliegen! Und jetzt ist er scheinbar auf der Mistgabel gelandet!”
Schnell kam ihr Mann angelaufen und gemeinsam brachten sie Schröti in die Küche. Dort setzen sie ihn auf einen großen Tisch und schauten sich die Wunde an.
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“Aua”, grunzte Schröti, doch der Bauer und seine Frau kannten kein Erbarmen. Sie tupften Jod auf die Wunde und verbanden sie.
“So Schröti, nun bist du wieder hergestellt. Hopp, ab in den Hof mit dir!”, sagte der Bauer und setzte Schröti wieder auf den Fußboden.
Schnell lief er wieder in den Hof, wo der Hahn ihn gackernd erwartete. Doch Schröti hatte genug für heute und rannte so schnell er konnte in seinen Stall. Für heute hatte er wirklich genug. Mit seinem kaputten Rücken legte Schröti sich in das Stroh und jammerte, was für ein armes … er doch war. Und fliegen konnte er auch nicht!
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Was meint ihr, was für ein Tier Schröti ist?


